Produkttemperaturdaten, digitaler Zwilling und künstliche Intelligenz verwandeln Lyophilisationsversuche in übertragbares Prozesswissen.

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Von Experimenten zu industriell anwendbarer Prozessintelligenz

Wie Produkttemperaturdaten, Digital Twin, physikalische Modelle und ANN aus Lyophilisationsversuchen übertragbares Prozesswissen für Scale-up, Transfer, PPQ und CPV schaffen.

Die pharmazeutische Lyophilisation erzeugt immer mehr Daten. Dennoch bleibt eine entscheidende Frage häufig unbeantwortet:
Welche Erkenntnis aus dem aktuellen Versuch verbessert tatsächlich die nächste industrielle Entscheidung?

Der nächste Lyo-Run sollte eine Hypothese bestätigen – nicht nur eine weitere Datensammlung erzeugen.

Die pharmazeutische Lyophilisation erzeugt immer mehr Daten. Dennoch bleibt eine entscheidende Frage häufig unbeantwortet:
Welche Erkenntnis aus dem aktuellen Versuch verbessert tatsächlich die nächste industrielle Entscheidung?

Im Labormaßstab lassen sich zusätzliche Versuche vergleichsweise einfach durchführen.

Beim Scale-up, beim Technologietransfer, in Engineering Runs oder während der PPQ wird derselbe experimentelle Ansatz jedoch zeitaufwendig, teuer und risikoreich.

Mehr Daten lösen dieses Problem nicht automatisch.

Daten schaffen erst dann wirtschaftlichen Wert, wenn sie:

  • eine begründete Prozesshypothese prüfen,
  • physikalisch interpretierbar sind,
  • zwischen Läufen, Anlagen und Maßstäben vergleichbar bleiben,
  • und den nächsten Versuch gezielter machen.

Der nächste Lyo-Run sollte eine Hypothese bestätigen – nicht nur eine weitere Datensammlung erzeugen.

01 | Produkttemperatur

Produkttemperaturmessung schafft die Grundlage

Die Herausforderung besteht darin, robuste Messdaten systematisch in übertragbares Prozesswissen umzuwandeln.

Seit zwei Jahrzehnten unterstützt Tempris Pharmaunternehmen dabei, die tatsächliche Produkttemperatur direkt im Vial zu erfassen – vom Labormaßstab über Scale-up und Technologietransfer bis zur kommerziellen Produktion.

Produkttemperaturdaten schließen eine wesentliche Lücke: Anlagenparameter beschreiben den Betrieb des Gefriertrockners. Die Produkttemperatur zeigt, wie das Produkt unter diesen Bedingungen tatsächlich reagiert.

Mit Produkttemperaturdaten können Unternehmen:

  • Produktgrenzen überprüfen,
  • kritische Vial-Positionen untersuchen,
  • Wärmeübergangsbedingungen charakterisieren,
  • Kv-Modelle entwickeln,
  • und Produktverhalten zwischen unterschiedlichen Maßstäben vergleichen.

Doch die Erfahrung zeigt auch: Die Verfügbarkeit robuster Messdaten ist heute nicht mehr die einzige Herausforderung.

Die nächste Herausforderung besteht darin, diese Daten systematisch in übertragbares Prozesswissen zu verwandeln.

Die Herausforderung besteht darin, robuste Messdaten systematisch in übertragbares Prozesswissen umzuwandeln.

02 | Datenverwertbarkeit

Das Problem ist nicht der Mangel an Daten – das Problem ist ihre begrenzte industrielle Verwertbarkeit

The next economic lever:

Consistently develop documented data into a reusable process model.

In der Prozessentwicklung werden häufig mehr experimentelle Daten erzeugt, als sich theoretisch begründen oder auf den industriellen Maßstab übertragen lassen.

Ein einzelner Lyo-Lauf liefert Temperaturkurven, Prozessparameter, Endpunktinformationen und Qualitätswerte. Diese Daten beschreiben zunächst nur, was unter den jeweiligen Versuchsbedingungen geschehen ist.

Sie erklären noch nicht automatisch:

  • welche Vial-Gruppen den Prozess begrenzen,
  • warum sich Temperaturverläufe unterscheiden,
  • welche Wärme- und Stofftransportmechanismen dafür verantwortlich sind,
  • welche Unterschiede auf Produkt, Position oder Anlage zurückzuführen sind,
  • und welche Erkenntnisse auf eine andere Anlagengröße oder einen anderen Gefriertrockner übertragbar sind.

Dadurch entstehen isolierte Versuchsergebnisse. Für jeden neuen Scale-up, Transfer oder Anlagenvergleich beginnt ein Teil der Interpretation erneut.

Daten werden dokumentiert – aber nicht konsequent als wiederverwendbares Prozessmodell weiterentwickelt.

Genau hier liegt der nächste wirtschaftliche Hebel.

The next economic lever:

Consistently develop documented data into a reusable process model.

03 | Prozessverständnis

Von der Temperaturkurve zum mathematischen Prozessverständnis

Der nächste wirtschaftliche Hebel:

Konsequent dokumentierte Daten in ein wiederverwendbares Prozessmodell entwickeln.

Eine gemessene Produkttemperaturkurve ist keine vollständige Prozesserklärung. Sie ist die reale Antwort des Produkts auf Wärmeübertragung, Druck, Trocknungsfortschritt, Produktwiderstand und Anlagenbedingungen.

Wird diese Antwort mit physikalischen Wärme- und Stofftransportmodellen verbunden, können weiterführende Zusammenhänge bewertet werden:

  • der vial- und positionsabhängige Wärmeübergangskoeffizient Kv,
  • der sich verändernde Produktwiderstand Rp,
  • die Dynamik der Primärtrocknung,
  • der Einfluss kritischer Vial-Gruppen,
  • der Primärtrocknungsendpunkt,
  • der Zusammenhang mit Restfeuchtedaten,
  • und die Übertragbarkeit zwischen Gefriertrocknern.

Der entscheidende Fortschritt besteht darin, einzelne Runs nicht länger nur als abgeschlossene Experimente zu betrachten. Jeder Run erweitert ein bestehendes Modell des Produkt- und Prozessverhaltens.

Damit ändert sich die Entwicklungslogik:

Bisherige Versuchslogik Weiterentwickelte Tempris-Logik
Daten eines Runs auswerten Erkenntnisse über mehrere Runs weiterentwickeln
Einzelne Temperaturkurven betrachten Vollständige Zeitreihen vergleichen
Mittelwerte bewerten Kritische Vial-Gruppen differenzieren
Prozessparameter übertragen Produktverhalten übertragen
Breite Versuchsbereiche untersuchen Begründete Hypothesen gezielt verifizieren
Ergebnisse dokumentieren Wiederverwendbares Prozesswissen aufbauen

Der nächste wirtschaftliche Hebel:

Konsequent dokumentierte Daten in ein wiederverwendbares Prozessmodell entwickeln.

04 | Digitaler Zwilling

Der Digitale Zwilling zeigt den Ort – die Zeitreihe erklärt die Entwicklung

Der Digitale Zwilling stellt eine räumliche Darstellung sowie ein vergleichbares Modell des realen Produktverhaltens bereit.

Mit dem Digitalen Zwilling des Tempris-Systems ist es möglich, reale Produkttemperaturen mit den Positionen der Produkte im Gefriertrockner zu verknüpfen. Veränderliche Farbdarstellungen zeigen, wie sich die Temperatur an den instrumentierten Vial-Positionen während des Prozesses verändert.

Diese Darstellung beantwortet eine wichtige Frage: Wo verändert sich das Produktverhalten?

Das Bild allein erklärt jedoch noch nicht, welche wiederkehrenden Zusammenhänge dieser Veränderung zugrunde liegen.

Der zusätzliche Erkenntnisgewinn entsteht, wenn die vollständigen Temperaturzeitreihen miteinander verglichen werden:

  • zwischen Edge- und Center-Vials,
  • zwischen Hot- und Cold-Spots,
  • zwischen Stellflächen,
  • zwischen unterschiedlichen Läufen,
  • zwischen Labor-, Pilot- und Produktionsanlagen,
  • und zwischen verschiedenen Prozessbedingungen.

Der Digitale Zwilling entwickelt sich somit von einer räumlichen Visualisierung zu einem vergleichenden Modell des tatsächlichen Produktverhaltens.

Die Farbdarstellung macht eine Veränderung sichtbar. Der Zeitreihenvergleich macht ihre Struktur analysierbar.

Der Digitale Zwilling stellt eine räumliche Darstellung sowie ein vergleichbares Modell des realen Produktverhaltens bereit.

05 | ANN

Was ANN zusätzlich leistet

Verwenden Sie Tempris LyoCLC® mit AAN (Artificial Neural Networks), um verborgenes Potenzial in messbaren wirtschafltichen Nutzen umzuwandeln.

Ein Mensch kann einzelne Temperaturkurven vergleichen und deutliche Unterschiede erkennen. Bei vielen Sensoren, Positionen, Prozessläufen und Anlagen wächst die Zahl der möglichen Beziehungen jedoch sehr schnell.

Artificial Neural Networks (ANN) können vollständige Temperaturzeitreihen systematisch miteinander vergleichen. Sie suchen nach subtilen, wiederkehrenden oder gruppenspezifischen Mustern, die in einer Einzelwertbetrachtung oder einer rein visuellen Auswertung nicht ohne Weiteres erkennbar sind.

ANN kann beispielsweise unterstützen:

  • Vials mit ähnlichem Temperaturverhalten zu clustern,
  • wiederkehrende positionsabhängige Unterschiede zu erkennen,
  • Run-to-Run-Veränderungen zu identifizieren,
  • Abweichungen im zeitlichen Verlauf einzuordnen,
  • und relevante Muster für die modellbasierte Bewertung bereitzustellen.

ANN berechnet dabei nicht unabhängig den Kv-Wert und ersetzt auch kein physikalisches Modell. Die Zeitreihenanalyse zeigt vielmehr, welche Strukturen und Unterschiede bei der Kv-orientierten Bewertung berücksichtigt werden sollten.

Damit ergänzen sich drei Erkenntnisebenen:

  • Produkttemperatur: Was geschieht tatsächlich im Vial?
  • Digitaler Zwilling: Wo und unter welchen Bedingungen kommt es vor?
  • ANN und Modelle: Welche wiederkehrenden Zusammenhänge sind für die Prozessentscheidung relevant?

Verwenden Sie Tempris LyoCLC® mit AAN (Artificial Neural Networks), um verborgenes Potenzial in messbaren wirtschafltichen Nutzen umzuwandeln.

06 | Lernen

Eine neuer Arbeitsansatz für die Lyophilisation
Nicht mehr messen, sondern aus jeder Messung mehr lernen

Tempris schafft die Grundlage, um aus jedem Lyo-Lauf gezielt zu lernen.

Die Verbindung von realer Produkttemperatur, räumlichem Kontext, physikalischem Modell und Zeitreihenanalyse verändert die Funktion jedes Versuchs. Ein Run bleibt nicht länger ein isoliertes Ergebnis. Er wird Teil einer wachsenden, vergleichbaren Wissensbasis über Produkt, Prozess und Anlage.

Damit verschiebt sich der Arbeitsansatz:

  • von der breiten empirischen Suche zur gezielten Prüfung einer Prozesshypothese,
  • von der Einzelkurve zum Vergleich vollständiger Produktreaktionen,
  • vom Mittelwert zur differenzierten Betrachtung kritischer Vial-Gruppen,
  • vom Rezepttransfer zum Nachweis vergleichbaren Produktverhaltens,
  • und von der einmaligen Auswertung zum wiederverwendbaren Prozesswissen über den Lebenszyklus.

Der wirtschaftliche Nutzen entsteht dort, wo dieses Wissen die nächste Entscheidung verbessert: in der Versuchsplanung, beim Scale-up, im Technologietransfer, bei Engineering Runs und PPQ sowie später in CPV und Abweichungsbewertung.

Tempris liefert damit nicht nur Daten über einen Run. Tempris schafft die Grundlage, aus jedem Run gezielter für die nächste industrielle Entscheidung zu lernen.

Tempris schafft die Grundlage, um aus jedem Lyo-Lauf gezielt zu lernen.

Implementierung

Von der Perspektive zur praktischen Umsetzung

Die strategische Konsequenz liegt auf der Hand: Mehr Daten allein schaffen noch kein Prozesswissen. Entscheidend ist, wie reale Produktdaten räumlich und zeitlich eingeordnet, mit physikalischen Modellen verknüpft und in belastbare Prozessentscheidungen übersetzt werden.

LyoINSIGHT zeigt, wie direkte Produkttemperaturmessungen, räumlicher Prozesskontext, physikalische Modelle und Zeitreihenanalytik in einem strukturierten Vorgehen zusammengeführt werden.

1
Messen
2
Kontextualisieren
3
Vergleichen
4
Modellieren
5
Entscheiden
6
Lernen